GM Rekord two Door



Ende der 60er , Anfang der 70er Jahre,  irgend ein scheinbar endlos geradeaus laufender High-Way zwischen Houston und El-Paso Texas. Joey Visconti gleitet mit sein 67er  5,4Liter Impala mit 65 Milen pro Stunde monoton den Mittelstreifen entlang. Der blubbernde V8 könnte viel berauschender und mit Ohrenbetäubendem Lärm über den Asphalt donnern , wenn Joey nur wollte. Wobei er schon wollte, nur hinter jeder nächsten Kuppe könnte einer der Cop´s lauern. Die verstehen bei Missachtung des Speed Limit keinen Spaß, da kann die Magnum am Gürtel schon mal locker sitzen.

Zur gleichen Zeit in Deutschland. Heinz Müller ist in seinem 1700er C Rekord auf dem Weg von Hamburg nach Frankfurt auf der A7 höhe Kassel. Es sind gerade einmal um die 5°C draußen und der Regen prasselt auf die Windschutzscheibe. Und trotzdem liegt Heinz selbst bei der Bergauf Passage deutlich über dem Speed Limit von Texas und das sogar legal. Was kommt dann erst, wenn es wieder Bergab geht, Heinz hofft die Tachonadel dieses mal nahe dem Anschlag zu bekommen.

So unterschiedlich waren die Autowelten damals schon, und heute noch viel mehr. Vor 50 60 Jahren hatten die Autos von Opel und Ford ( teilweise auch einige Japaner ) noch optisch etwas Einfluß aus den Mutterkonzernen aus den Staaten bekommen. Leider wurde der Stil in der Endkonsequents für´s biedere Deutschland stark beschnitten. Von den Motoren mal ganz abgesehen. Ford blieb sich und den amerikanischen Genen ja wenigstens mit dem V6 noch treu.

Was aber, wenn man den Machern in Rüsselsheim mehr gelassen hätte, wenn man einer Familienkutsche mehr "Hau-drauf" und " muß das sein" gegönnt hätte?

Das ist so ein wenig das Thema, was ich mit dem C Rekord 2TL verfolge. Natürlich bin ich da auch nicht der erste, der diese Idee hat und es soll auch kein Möchtegern-Mustang oder schief gegangener Camaro-Klonversuch werden. Es soll ein Opel Rekord sein, der mehr Gene vom Mutterkonzern zeigt, als er im Werk je bekommen hat. Wie weit und konsequent evtl extrem das Thema umgesetzt wird, bleibt noch offen.



Aber kommen wir zu erst dazu, wie wir den Wagen aus der Vorstufe der Schlachtbank gezogen und ihn auf den rechten Weg zur linke Spur geleiteten haben. Geplant und gesucht war der Wagen nicht. Der breite Rekord sollte verkauft werden, um die Lust nach was neuen stillen zu können. Und da gab es diesen Wagen als Inzahlungnahme dazu. Der Zustand war fragwürdig, die beiden hinteren Achsbögen ( eine der Achillesfersen des C Rekord ) waren vom Opelgold zerfressen und die Reste schon teilweise mit der Flex entsorgt, es gab also kaum die Möglich Formen abzunehmen. Bei der Front sah es im Grunde genauso aus. Beides Sachen, die es selten in gutem Zustand gibt und wenn dann sehr teuer.
Einige andere Baustellen gab es an der Karosse noch und der Motor versagte aus unbekannten Gründen auch komplett seinen Dienst. Der Rest der Technik schrie mit klappernden Traggelenken, Kratern in den Gummibuchsen in denen sich Bergsteiger verlaufen würden, und Bremsen, die wohl den Vergleich mit denen eines Raddampfers verlieren würden nach einer komplett Zuwendung.





Der Deal war aber trotzdem gut und der Wagen ansonsten fast komplett mit einer guten Innenausstattung, sehr guten Kotflügeln und anderem was die ganze Fuhre ins positive Werksattlicht rückte. 

Und nützt ja nichts, wenn er erst einmal geschlachtet wäre, wäre er unwiederbringlich. Fiel also die Entscheidung den Wagen wieder in einen ordentliche Zustand zu bringen ( damals noch mit dem Gedanken es original zu belassen und dann für etwas neues zum Fusseln wieder zu verkaufen).
Die Achsbögen wurden neu gebaut und verschweißt, Rostnester wie Radläufe, Schweller, A-Säulen, Endspietzen ect beseitigt und erneuert. Bei den Arbeiten wuchs die Beziehung zum Wagen doch an und weil ich die Front eh aus Tafelblechen selber neu bauen mußte, fiel da der Entschluß den Wagen doch zu behalten und an der Front gleich ein paar umbauten vorzunehmen. Die Lampen wurden 10cm zurück gesetzt und weiter in die Mitte, um sie später mit einem durchgehenden Grill abzudecken.





Die Räder sollten zu aller erst unter die serienmäßigen Radläufe passen. Da gibt es so einiges was man ausprobieren kann. Und wenn da nicht die H-Richtlinien wären, wäre meine Wahl eindeutig auf die 17Zoller gefallen. Auch wenn so manch einer sagen würde, dass es laut Altautogrundgesetzt nicht sein kann, passen 8,5 und 10 x 17 sehr genial unter C Rekord Radhäuser.





Aber gut, packen wir diese Idee mal in den Resevekanister, kann man später evtl noch einmal in Angriff nehmen. Bleiben wir vorerst klassisch bei Stahlfelgen. Aber natürlich nicht in der Ausführung " Asphalttrennscheibe". Was haben wir vor einigen Zeilen hier gesehen, mehr "hau drauf " und " muß das sein" sollte der Wagen bekommen. Ich denke 7 und 7,5 x 14 mit 225/70 er Ballonreifen, kommen recht amtlich auf einem C Rekord und passen tatsächlich unters Serienblech. 




 
Da der Wagen am Ende ja ein wenig so wirken soll, als wäre er als  Sonder- Sondermodell mehr oder weniger so aus dem Showroom des Autohauses " Meier & Schulze " gerollt wäre, fiel die Farbentscheidung auf die schon vorhandene konservative blau/weiß Gestaltung. Das blaue Dach war in einem ganz ordentlichen Zustand, und so brauchte nur das Weiß einmal erneuert werden. Der Lack wurde wieder einmal mehr mit der Rolle aufgetragen. Bei der richtigen Technik und einem leichten Nachstreichen mit sehr weichem Pinsel kann man die Qualität deutlich über der einer durchschnittlichen Garagenlakierung bringen. Da beim Lackieren mit der Pistole in der Werkstatt immer Staub aufgewirbelt wird der sich dann in den frischen Lack einschließt.





Nach der Lack angezogen und gut durchgetrocknet war, stellte sich der restliche Zusammenbau als ziemlicher Selbstläufer da. Das ist wie Nachts auf der Autobahn auf der linken Spur. wenn man erst einmal mit dem Drehzahlmesser am Anschlag ist, rollt die Fuhre ganz von allein. Und so stand der Wagen auch bald komplett hinter der Werkstatt auf der hauseigenen Testwiese. Und dann konnte auch ein Termin beim TÜV gemacht werden, der Kaffee schmeckt da immer so gut.