MZ ETZ


Da trau ich mich einfach nicht.

Die ETZ  ist das Gefährt mit dem ich die längste Beziehung führe. Das Motorrad ist Baujahr 89 und ist damals im modernen Silber ausgeliefert worden. Da es damals aber nur gefühlte 3 Farben für die 150er ETZ gab, ließ der Erstbesitzer die silbernen Teile gleich in einem schicken Blau umlackieren.

Zwei Jahre später kam das Motorrad dann als Geburtstaggeschenk zum 16ten Geburtstag eines Bekannten in mein damaliges Heimatdorf.  In dem Jahr war ich unschuldige 11 Jahre und meine Beziehung mit dem Bike begann. Beinahe täglich sah ich das Motorrad irgendwo durchs Dorf fahren und Samstag auf jeden Fall immer an der Crossbahn am Dorfrand, wo sich jung ( die mit den Mopeds und Motorräder) und jünger ( wir mit den Fahrrädern und den Skatkarten in den Speichen)  immer trafen. 
Dort war es dann auch, ich mit ca 13 Jahren auch das erste mal selber mit dem Bock gefahren bin.
Kurze Zeit später wanderte das Motorrad aber für längere Zeit in eine Scheune. Ich glaube es war um 97 rum, da kam es dem Besitzer wieder in Sinn. Ich hatte mir als Schrauber und Bastler bereits einen kleinen Ruf erarbeitet und kam die Bitte an mich für TÜV und einwandfreie Funktion zu sorgen.
Einen Sommer lang, wurden gelegentliche Bewegungsfahrten durchgeführt und der anschließende Winterschlaf dauerte wieder gute 4,5 Jahre. Hatten wir nun also schon 2002 und auf einmal stand das Teil wieder in meiner Werkstatt und zwar diesmal mit Papieren und Kaufvertrag.
Seid dem läuft das Bike nun ununterbrochen bei mir was ihm anscheinend sehr gut tut, schließlich ist es noch nicht einmal unplanmäßig stehen geblieben.

Das ist wohl auch der Grund, warum ich mich noch nicht getraut haben, optische Veränderungen vor zunehmen.  Pläne und Gedanken dazu habe ich genug, aber ich kenne das Motorrad nun schon 23 Jahre in genau dieser Optik und darum glaube ich würde ich mich schwarz ärgern, wen ich erst einmal die Flex angesetzt hätte.

Wahrscheinlich, braucht man auch einfach nur ein Fahrzeug, welches man zum Ausgleich der ganzen kreativen Entgleisungen an den anderen Fahrzeugen auf den Boden der Tatsachen zurück holt.




Letztens bei strahlendem Sonnenschein mal wieder eine ausgedehnte Ausfahrt von etwas über 100km unternommen. Einfach weil die strahlende Sonne schon fast drum gebettelt hat, dass man mit dem Moped los eiert und zum anderen um die Zahlreichen Baggerseen der Umgebung abzufahren.
Schließlich muß man ja wissen, bei welchen es sich eine Anfahrt dieses Jahr lohnt.




An dem einen See, sind zum Teil sogar noch die ein oder andere Maschine etwas zugänglich, da muß ich mal noch mit dem Rekord hin, gibt bestimmt ein paar schöne Bilder.