Opel Daily Rekord Caravan









Mir stand mal wieder der Sinn nach einem Alltagsoldi fürs ganze Jahr.
Eine ganze Zeit hatte ich in den einschlägigen Internetportalen nach etwas passendem gesucht. Nicht mit Druck, aber immer mal wieder. Und wie das Leben so spielt, fand sich kurz vor Weihnachten 2015 in meinem Nachbarort Ein Fahrzeug, was wirklich zu passen scheinte. Dreitürig, vor Baujahr 80 und die Basis gar nicht mal so desaströs wie anderes aus der Zeit.













Wohl, weil es nach 20 Jahren Asphaltgeschipper in eine Scheune geparkt wurde,  und diese fast weitere 20 Jahre als Dauerparkplatz nutzte. Was die letze HU Plakette bewies, die war 1994  abgelaufen.
Der Wagen wurde irgend wann seines Antriebstranges beraubt, war aber ansonsten komplett und die Innenausstattung in einem erstaunlich guten Zustand.



Natürlich übersteht ein Brot- und Butterauto der 70er Jahre auch keine 20 Jahre auf der Straße ohne Folgen. Als der Wagen 1994 abgestellt wurde, waren schon einige Bleche verschweißt worden. Schweller, Radläufe, Endspitzen und Heckblech kamen schon einmal neu. Allerdings nur über den Rost drüber gebraten. Aber auch diese Bleche waren schon wieder durchgerostet. Hieß also: doppelte Arbeit. Weil eben jede Seite zwei Schweller rausgetrennt werden mußten, genauso wie zwei Radläufe und zwei Endspitzen.









Dann konnten aber alle neuen Bleche eingeschweißt werden und so langsam bekam die Karosse auch wieder Formen. Was bei einigen Abschnitten nicht ganz so einfach war. Denn für Caravan´s gibt es einige Bleche nicht mehr, wie die Endspitzen, die länger sind und auch die Schweller sind etwas anders und Heckabschlußbleche haben da auch eine andere Form. 
Da mußte also so einiges umgearbeitet und angepasst werden.












Juppi juhu dachte ich.
Stehbleche vorn, A-Säulen, Schweller innen und außen, Radläufe innen und außen, Endspitzen innen und außen auf beiden Seiten, Heckblech natürlich auch innen und außen, alles neu.
Frontblech, brauchte ich mir ja keine Sorgen machen, das war ziehmlich neu. Genau so wie die Kotflügel. Hatte wohl mal einen Treffer vorn, bei dem alles erneuert wurde. Brauchste also nicht ran, dachte ich mir. Bis ich ans Frontblech packte um den Wagen daran nach vorn zu ziehen. One das sich der Wagen bewegte, hatte ich die komplette Front fast schon in der Hand. Ist damals doch nicht eingeschweißt worden, sondern eher mit dem Schweißgerät geklebt.
Na ja, lang drüber geärgert habe ich mich nicht, fand es eher gut, dass ich das Frontblech jetzt schraubbar machen konnte, finde ich so wieso besser als verschweißt.








Als das dann aber erledigt war, konnte gespachtelt und lackiert werden, Da er ja als Alltagswagen mit Nutzfaktor geplant ist, ist die Lackierung eher schlicht und einfach gehalten. Als Farbe gab es wieder das originale Beige mit der Rolle aufgetragen.







Wie ich am Anfang ja schon geschrieben habe, dass ich den Wagen ohne Antriebsstrang gekaufte,  mußte ich aber zum Glück nicht wirklich auf die Suche nach Ersatz gehen. Denn der Monsterbacke hatte etwas passendes in seinem golden C-REX stecken.
Hier handelt es sich um einen 1.9 S mit 90 tobenden Pferderouladenspendern. in gutem Zustand und Webervergaser.
Der Motor war über, weil in dem C Rekord ein 2.2 E einziehen darf.
Also habe ich mich auf den 350km Tripp zum Monsterbacke gemacht und wir haben mit dem Hannes zusammen die Motoren in C-REX getauscht.







War mal wieder eine super gemeinsame Aktion.


Der Motor und das Getriebe bekamen einen extra großen Service, auch wenn das in diesem Umfang gar nicht nötig war. Der Motor ist ja vorher schon zuverlässig gelaufen. Und außerdem ist es ja ein alter CIH Graugussklumpen, bei ein wenig Pflege kann da ja eigentlich nichts kaputt gehen. 
Nachdem alle Gelenke und Lager der Achsen mit sammt der kompletten Bremsanlager erneuert wurden, kam alles wieder in den Wagen geschraubt.


Und damit konnte dann auch der endkültige Zusammenbau beginnen. Die Arbeiten, die am meisten Spaß machen, weil es ja spätestens ab da wieder steil Berg auf geht.
Angefangen mit der Innenaustattung, was halt ziehmlich gut geht, wenn noch keine Türen und Scheiben montiert sind.
Die Innenaustattung musste zum Glück nur einmal stark gereinigt werden. Da sie nur 20 Jahre genutzt wurde und das wohl auch eher pfleglich, gab es keine Beschädigungen an Polstern und Verkleidungen.

Nur in den hinteren Seitenverkleidungen waren die üblichen Löcher für Lautsprecher geschnitten. Hier habe ich passende Lautsprecher gesucht, die dort rein passen und damit sie nicht so "fehl am Platze" aussehen, wurden die Abdeckungen in einem zum Rest der Austattung passenden braun lackiert.

Als Strafakt der Schande und aller je angestellten bösen taten stellte sich dann die Reinigung aller Scheiben herraus. Bei abschleifen des alten lackes vom Blech habe ich schon gemerkt, dass da eine sehr feste und hartnäckige Schicht aus Grint drauf war.
Diese babbte auch auf den Scheiben. keine Ahnung, was das war, aber es ging mit so gut wie nichts ab, nicht einma Verdünnung oder Aceton.
Es ging letzten Endes nur mit scharfen Kattermesserklingen abzukratzen.

Der Rest des Zusammenschrauben verlief dann aber reibungslos und somit konnten Anfang Juni auch schon die ersten Probefahrten gemacht werden, wo sich noch stark unrund lauffende Bremstrommeln bemerkbar machten. Diese zu tauschen war dann aber auch nur noch ein kleiner Boxenstop und die dann folgende Vollabnahme mit samt H-Gutachten wurden ohne Probleme gemeistert.








Ein ein Wochenende später gings zum Kurztripp zum Campen an den See mit Kind und Kegel.
Ein ganzes Wochenende nur vom Grill und aus der Autobatterie gelebt, mit dem ständigen Blick auf´s neue Alltagsgefährt. In dem meine Süse und ich übrigens schliefen. Dank des großzügigen Kofferraums ist ausreichend Platz für eine Doppelmadratze.








Da meine Zufriedenheit mit dem Aussehen meiner Autos so beständig wie die Tanknadel bei einer Vollgasfahrt auf der linken Spur ist, bin ich Momentan schon wieder dabei für Teile und Zubehör durchs Land zu jagen und mit dem TÜV und mir selbst die Machbarkeit einiger Pläne zu prüfen.

Es kann also nicht mehr lang dauern, bis es hier wieder interessant wird.